Erster Test mit dem SAN-Disk UltraBackup 32 GB:Backup einrichten
Der SAN-Disk Stick ist ein U3-Stick mit dem Backup-Programm von Dmailer drauf. Das Programm wird entweder über den "Backup"-Button auf dem Stick gestartet, kann aber in den erweiterten Einstellungen auch so eingestellt werden, daß es automatisch nach dem Start mit dem Sichern loslegt. Allerdings läuft das Ganze nur unter Windows und selbst da nur bei 2000, XP und Vista. Alles andere muß sich mit einem simplen USB-Stick zufrieden geben.
Nach dem Anstöpseln des Sticks muß man zunächst warten, bis der U3-Stick gestartet ist, das muß man Computerlaien halt einmal sagen/zeigen, dann ist es kein Problem.
Nach dem Starten von Dmailer Backup (ich habe zunächst mal nicht den Backup-Knopf gedrückt, weil ich das Backup erst konfigurieren wollte) kommt als erstes eine EULA, die mich ziemlich geärgert hat. Dmailer übernimmt nämlich so wie ich das Ding verstanden habe, GAR KEINE Haftung für irgendwas! Wenn man ein Backup-Programm verkauft, sollte man wenigstens für das normale Funktionieren des Programms die Verantwortung übernehmen. Ansonsten kann ich auch Freeware verwenden! Da ist diese Lizenz wenigstens gerechtfertigt, weil der Autor nicht am Programm verdient.
Nach der EULA startet ein Wizard, der recht gut handhabbar ist. Eine einfache Sicherung bekommt auch ein Laie hin. Beim Überfahren mit der Maus gibt es kleine Hilfetexte im unteren Bereich des Fensters. Sind nicht immer besonders gut, aber reichen meist als Entscheidungshilfe aus.
Das Programm bietet auch eine Archiv-Funktion, wobei dann aber alle Einstellungen des Backups zurückgesetzt werden!! Das ist eventuell eine Lösung, wenn man seine Backup-Einstellungen ohnehin ändern will, weil einige Sachen nur einmal gespeichert werden sollen, da sie sich nicht mehr verändern. Leider scheint man diese Funktion auch verwenden zu müssen, wenn man seine Backup-Optionen einfach nur ändern will, denn ein Klick auf den Button "Optionen" ergab bei mir nur eine langwierige Analyse des Sticks, aber eine Anzeige der eingestellten Backup-Optionen erschien nicht. Das ist sehr lästig und vorallem Laien werden hier Probleme bekommen.
Etwas ärgerlich für mich ist, daß man anscheinend die Verschlüsselung nicht abstellen kann, denn ich bevorzuge reine Zip-Sicherungen, da man die im Notfall mit jedem Packprogramm wieder zurückholen kann. Sicherheitstechnisch ist die Verschlüsselung aber schon vernünftig, gerade bei Laien.
Zweiter Test: Backup durchführen
Nach der Einrichtung mit Hilfe des Wizards startet sofort das Backup (ich habe es auf Automatik gestellt). Für etwas über 6GB hat der Stick bei mir etwa 20 min. gebraucht. Das Tempo ist vielleicht nicht berauschend, aber geht in Ordnung. Allerdings ist die Fortschrittsanzeige absolut unbrauchbar! Bei mir wurden etwas über 13.600 Dateien angeblich gesichert, im Endeffekt waren es fast 13.800, die effektiv gesichert wurden. Die Fortschrittsanzeige stand dann die letzten Minuten nur noch auf 100%. Dann reicht aber auch eine Uhr oder so was, um anzuzeigen, daß das System noch arbeitet.
Auf einem etwas betagteren Athlon XP bremst das Backup übrigens das System kräftig aus, aber man kann immerhin noch arbeiten, wenn man etwas Warten in Kauf nimmt.
Für die Wiederherstellung gibt so etwas wie einen Browser, so daß man auswählen kann, was man braucht.
Fazit:
Der Stick ist soweit in Ordnung und man kann mit dem Backup-Programm auch arbeiten. Ein ganz einfaches Backup einzustellen (am besten mit den Voreinstellungen oder nur simplen Änderungen) bekommen auch Laien hin, vorausgesetzt sie verwenden den Wizard. Für alles weitere sollte man schon ein bißchen Erfahrung und Experimentierfreude mitbringen, d. h. komplexere Einstellungen macht am besten der Admin. Das Ausführen des Backups ist dann allerdings wirklich ganz einfach.
Das Backup an sich läuft halbwegs flott, aber man sollte etwas Zeit einrechnen (also nicht abends kurz bevor der Zug abfährt).
Alles in allem ist der Stick für eine eng begrenzte Anzahl von Windows-Systemen verwendbar und sollte von jemand konfiguriert werden, der schon etwas Erfahrung mit Computern hat. Er ist meiner Ansicht nach gut, um einem Laien ein Backup-System an die Hand zu geben, das dieser ohne großes Basteln verwenden kann, weil er nur noch auf ein Knöpfchen drücken muß.
Für erfahrene Computerbenutzer bietet der Stick ansonsten keine besonderen Vorteile, da reicht auch ein normaler Stick oder eine externe Festplatte mit TrueCrypt und einem x-beliebigen (portablen) Backup-Programm.
Update: Für Laien muß die Autostartfunktion von Windows eingeschaltet sein, sonst kann der U3-Stick nicht starten. Wenn z. B. VMware Produkte installiert worden sind, ist wird die Funktion normalerweise abgeschaltet. Natürlich kann man den U3-Stick auch von Hand starten, aber die meisten Laien werden das Knöpfchen drücken und sich wundern, warum nichts passiert.
