Ich gehöre zu den glücklichen Empfängern eines von 5 Backups USB Sticks von Sandisk. Ein Backup mit nur einem Tastendrucke wäre doch genial. Das verspricht zumindest Sandisk. Auf der Verpackung prangern Windows, Linux und Mac Logos. Das ist doch genau das, was ich bei meinem Multisystem Zuhause benötige.
Backup:
Ich habe einen Netbook mit Ubuntu 9.04, meine Frau eine Mac Book Pro und der Spiele PC läuft seit einiger Zeit unter Windows 7 x64.
Nach dem genauen Hinsehen waren die Erwartungen aber gleich deutlich gedämpft. Unter Mac und Linux funktioniert die Lösung nur als ganz normaler USB Stick.
Nach dieser Entteuschung ging es zuerst an den Windows 7 Rechner. Leider auch hier eine Fehlanzeige. Die verwendete Umgebung (U3) funktioniert nur unter Windows 200, XP und Vista.
Sowohl der CD-Emulator (mit dem U3 Launcher) als auch der eigentliche USB Stick werden von allen 3 Betriebssystemen einwandfrei erkannt. Es mangeln praktisch nur an der kompatiblen Software. Schade eigentlich.
Da die Benutzung der Backuplösung vorerst ausfiel, mahcte ich als mich an die Performance des USB-Sticks heran. Das h2test Tool von Heise.de zu Testen der Flash-Speichersticks brachte eine Schreibrate von 12,8 MByte/s und eine Leserate von 21,3 MByte/s zu Tage. Somit ist dieses USB-Stick vergleichsweise flott, wenn auch nicht überragend schnell. Wie auf den Screenshots zu sehen ist, bricjt die Leserate bei Datenblöcken unter 64K deutlich ab (bis auf unter 1 MBytes/s bei 512 Byte).
Auch die Schreibrate sinkt rapide bei kleinen Dateien. Das rächt sich beim Backup (unter Windows XP) von vielen keinen Dateien. Getestet habe ich es beim Backup meiner alten Diplomarbeit, die aus vielen LaTeX-Dateien und vielen kleinen Bildern besteht und einiger HTML-Bücher von Galileo Computing (3 Stunden für 7GB).
Software:
Die Installation von U3 Software lief unter Windows XP problemlos und relativ schnell. Allerdings sind viele Programme nur über RapidShare verfügbar. Phne einen Account bei denen, hat es bei mir fast den ganzen Tag gedauert, diese zu installieren, da man zwischen den Downloads immer 15 Minuten warten muss.
Etwa die hälfte der verfügbaren Software ist nur gegen Zahlung erhältlich. Hier ist mir PortableApps (das auch unter Windows 7 läuft) doch lieber.
Beim Booten des Computer werden in der Bootaufforderung sowohl das emulierte CD-ROM als auch das USB-Stick einzeln erkannt.
Wegen der fehlenden Unterstützung von Windows 7 und anderer nicht Windows Systeme, ist das USB Stick praktisch nicht zu gebrauchen, sobald man unter Windows XP in der U3-Konfiguration die Verschlüsselung einschaltet.
Fazit:
Die Kapazität des USB Sticks ist großzügig, die Schreibrate annehmbar (ca. 40 Minuten um den Stick voll zu kriegen, bei großen Dateien). Die Eingesetzte Software- und Backup-Lösung sind leider nur unter Windows XP/Vista zu gebrauchen, wenn überhaupt. Eine Möglichkeit, eine ISO als emuliertes CD-Laufwerk zu verwenden wäre mir auf dem Stick deutlich lieber (Stichwort: Netbook). Ein Einsatz von TrueCrypt (Windows, Linux, Mac OS X) als Verschlüsselunglösung wäre deutlich angenehmer, als die beworbene Hardware-Verschlüsselung. PortableApps statt U3-Software mach den Stick wieder gebrauchsfreudiger.
Die irreführenden Linux und Max Logos haben auf der Verpackung eigentlich nichts verloren. Andere USB-Sticks funktionieren auch unter Linux und Mac und müssen es nicht extra auszeichnen. Das ist selbstverständlich.
Mit einem Word: Großer USB-Stick, nicht mehr, aber auch nicht weniger.




